Nilaveli Beach
Um 7.15 Uhr wurden wir mit dem Tuktuk schon abgeholt. Ab an Busbahnhof, um genug früh im Bus nach Trincomalee zu sein und so Sitzplätze zu ergattern. Wir sind ja langsam geübt. Unsere Rucksäcke fanden für einmal nicht neben dem Fahrer Platz sondern hinten im Kofferraum. Toll. Kann jeder aufmachen. Und noch besser als Ramesh merkte dass Kreditkarte und Pass im Rucksack sind. Tja dann hiess es wieder alles auf und rausholen. Wir haben uns also gut beschäftigt bis wir um 8 Uhr mit proppenvollem Bus los sind.
Von den fliegenden Händlern bekamen wir Rambutan, frittierte Chillies und Lottoscheine angeboten.
Die Fahrt ging mehrheitlich an Reisfeldern vorbei - wunderschön! Aufgrund des Ende des Ramadans war in Sri Lanka drei Tage Feiertag. Und das haben wir deutlich gemerkt. Im Bus stiegen immer mehr muslimische Reisende ein, die man daran erkannte, dass sie die schönen Tücher nicht als Sari sondern als Kleid mot lockerem Kopftuch trugen. Ganze Familien stiegen zu und es wurde voller und voller. Auch die Hindus schienen frei zu haben. Die Hindus tragen alle weisse oder rote Punkte auf der Stirn und die Kleider der Frauen haben mehr Glitzer. So jedenfalls ist uns das aufgefallen. Im Nordosten der Insel leben mehrheitlich Muslime und Tamilen, welche grösstenteils Hindus sind, während an der Westküste alle katholisch sind und der Rest der Insel Buddhisten. Gar nicht so einfach.
Die Fahrt ging relativ schnell und reibungslos. Am Busbahnhof in Trincomalee wechselten wir in einen noch volleren Bus, der die Küste hoch nach Nilaveli fuhr. (15km - 1h Fahrt) Leider vergass der Tickettyp (wäre bei uns wohl der Schaffner im Bus) uns zu sagen wo der 10th Mile Post war und somit unsere Haltestelle. Die ganzen Schulkinder, die den Bus stürmten und meine Haare und Rameshs Tätowierung mit offenen Mündern bestaunten, haben ihn wohl verwirrt. Gemeinsam mit zwei Franzosen wurden wir dann n paar Kilometer weiter rausgelassen und mussten mit dem Tuktuk zurück.
Im Hostel Gopalapuram angekommen, trafen wir auf die nicht-englischsprechende Besitzerin, die uns erst in eines, dann ins nächste Zimmer einquartierte. Ihr Mann fand das gar nicht lustig und stauchte uns zusammen. Erst als wir andere Hotelnamen erwähnten, wurde er freundlicher und brachte ne Entschuldigung raus. So haben wir dann doch wieder das erste Zimmerbezogen. Ne schöne Veranda inklusive, aber das Badezimmer... wohl schon länger nicht geputzt und der Salzgehalt der Luft macht es wohl auch nicht besser.
Im Dorf Nilaveli und auch auf der Fahrt dahin sieht man viele Häuserruinen und zerstörtes Land. Sri Lanka war beim Tsunami 2004 stark betroffen und hatte über 60'000 Todesopfer zu beklagen. Besonders die Ostküste hat es stark erwischt, doch im ganzen Land bekommen wir Geschichten erzählt. Wir sehen Wohnsiedlungen mit nahmen 'Tsunami Village' und auch Planen und Zelte der Hilfsketten. Ebenfalls allgegenwärtig ist hier Polizei und Militär. Selbst am Strand hat die Marine teile abgesperrt - Spuren und Überbleibsel des Bürgerkriegs der hier wohl bis vor wenigen Jahren tobte.
Mit diesen Eindrücken gehen wir zum Strand und geniessen die kilometerlange Sandküste und das klare Meer. Infrastruktur findet man hier in der Nähe nur im Seaway Hotel, das am Strand liegt und Sonnenschirme und Liegen bereitstellt. Ansonsten Sonne, Sand, Wasser. Schattenplätze sind rar, doch wir können einen ergattern und geniessen das nicht Tun und die Ruhe. Wir teilen den Strand nur mot wenigen Touris, Hunden, Kühen und vielen Libellen.
Die Ruhe legt sich dann Samstag auf einen Schlag. Hunderte Einheimische strömen in Massen zum Strand. Es gleicht schon fast einem Volksfest. Doch die Leute hier mögen es anscheinend möglichst eng beieinander. Während der Strand sich über einige Kilometer erstreckt Baden, Plantschen, Essen und die Einheimischen alle auf den selben 10m2. Sehr amüsant für uns. Aber gut, so können wir uns etwas verziehen. Aber spannend sind wir und die wenigen anderen Touris doch. So spazieren immer wieder dieselben (meist Teenie-Jungs) an uns vorbei und gucken und grüssen und versuchen unbemerkt ein Foto zu knipsen. Dies scheint wohl ausser an der Haut- und Haarfarbe auch am Bikini zu liegen. Die einheimischen Frauen baden in ihren Kleidern. Die Chinesinnen übrigens auch, die tragen aber zusätzlich noch Hut, Tuch und Sonnenbrille.
Wir geniessen den Tag und relaxen total.



