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Valle de Intag / Ningulvì

03.06.2013

Pünktlich wie wir Schweizer halt sind, standen wir um 07.58 Uhr bereit, um den Bus, der um 8 Uhr vorbeifahren sollte, zu erwischen. Uuund er kam um 08.03 Uhr. Wowww! wir waren schwer beeindruckt. Ebenfalls beeindruckt waren wir von der Fahrt.

In der Nacht zuvor hatte es stundenlang total geregnet. Die in unserem Guide beschriebene Staubpistenstrasse glich nun eher einem tiefen Morast. Wäre auch ok, wenn es nicht in Serpentinen sausteil 2000 Höhenmeter runtergegangen wäre. Wow! das war echt krass und beeindruckend, wie der Busfahrer weiterhin sicher und zügig fuhr. Durch das schlechte Wetter lernten wir das Tal erst einmal durch einen Wolkenschleier kennen. Ein mystischer Anblick, der uns echt gefiel. Der Bus brachte uns bis vor die Thermalbäder Nangulvì, wo wir ein Cabaña mit Flusssicht bekamen. Das Bad ist schön gemacht und wird von heissen Quellen aus dem Berg versorgt. Lustig, dass wir ausgerechnet hier nur kaltes Wasser in der Dusche hatten und das Klo mit Wasser (und Sand und Steinen) aus dem Fluss versorgt wurde, hihi. Wir waren zusammen mit einer Französin die einzigen Gäste.

Nachdem uns der Typ von den Bädern ewig vollgequatscht hatte und uns bis hin zu den Umkleidekabinen alles gezeigt hat, wurden wir ins Büro der Organisation Intag "verfrachtet", welches  Touren anbietet und den Touris Infos gibt, sowie handgemachte Souvenirs verkauft. Die ganze Gemeinschaft der Intag, sprich das ganze Tal, hat sich zusammen geschlossen, um für ihre Natur und Heimat gegen die grossen Firmen der Edelmetalle vorzugehen. Viele Infos dazu bekommt man im Tal nicht, allerdings gibt es verschiedene Organisationen oder auch Private, welche Teile der Region kaufen und diese dann so schützen, als Reservat oder Nationalpark. Eine gute Sache finden wir, immerhin leben im Gebiet einige spezielle Tiere wie der Andenbär, der Puma, Gürteltiere, verschiedene Affenarten usw. 

Der Typ von den Bädern hat uns erzählt, dass sie gerne mehr ausländische Touristen hätten. Anscheinend kommen nicht viele dorthin. Naja, da müssen sie wohl noch an der Infrastruktur und an der Organisation arbeiten. Wir wollten beispielsweise auf eine Kaffeefinca - ging nicht, da die geschlossen war. Auch wollte uns keiner auf ein Hochplateau gleich vor der Haustür fahren... Weil es nachmittags regnen würde. Naja, sind wir halt zwei Stunden durch den Regen gelaufen. Wir sind ja ausgerüstet. Aber schlussendlich konnten wir auch einen Ausflug in den Nebelwald mit vierstündiger Wanderung buchen. Das haben wir dann auch gestern gemacht.

Nach frittierter Jukka und einem Spiegelei zum Frühstück ging's los. Ach da fällt mir ein: ich habe den interessantesten Milchkaffee aller Zeiten bekommen. Eine Karaffe gefüllt mit Kaffee und dazu eine Tasse bis obenhin voll mit Milch. Hmm... Wie trinkt man das gemischt? Den Kaffee konnte ich ja nicht in die Tasse tun, da diese voll war mit Milch. Naja, egal.

Wir sind dann mit Astrid, der Französin und Milton, unserem Guide losgezogen. Nach einer Stunde Autofahrt (die ganzen Serpentinen wieder hoch bis zur Hälfte etwa) haben wir oben ein Lunchpaket von einer Familie bekommen. Dann sind wir vier Stunden zu einem anderen Dörfchen gelaufen. Mal durch Felder, durch Täler, durch Kaffeeplantagen und natürlich durch Nebelwald. Eine echt schöne Wanderung. Einen Grossteil der Strecke sind wir auf einem alten Wanderpfad gelaufen, der früher der einzige Weg war, um nach Otavalo, der nächsten Stadt, zu kommen. Drei Tage ging das damals zu Pferd. Heute gibt's die serpentinenreiche Schotterstrasse (dreistündige Autofahrt) und schon bald soll es eine begradigte, asphaltierte Strasse geben, welche das Tal in einer Stunde erreichbar macht. Tja, so schnell geht's. Im Dorf, das eher ein vergessenes, leeres Nest ist, hat uns wieder ein Auto abgeholt und zurückgebracht nach Nangulvì. Unterwegs haben wir noch kurz in einem Lädeli eingekauft. Am ersten Tag gab's nämlich zum z'Mittag und z'Nacht das gleiche Essen (hat auch nur 2.50$ gekostet). Da haben wir uns noch mit Brötli eingedeckt.

Heute sind wir wieder brav um 8 Uhr morgens bereit gestanden, um den Bus zurück zu kriegen. Der fuhr heute aber schon ne halbe Stunde früher! Na da haben wir halt gewartet und uns um neun Uhr in den nächsten, bumsvollen Bus gequetscht. Heute war im Hauptort im Tal, in Apuelo, Markt. Da wollten natürlich alle hin. Was ein Stinken in dem Bus. 

Die Rückfahrt war angenehmer, da die Strasse nun tatsächlich staubig und nicht mehr matschig war. In Otavalo sind wir dann in einen Bus nach Quito umgestiegen und haben schnell gemerkt, dass wir das Dorf Tena im Amazonas heute nicht mehr erreichen werden. Also noch ne Nacht in Quito. Unser letztes Hostal (Traveller Inn) war bereits ausgebucht, also sind wir durch die Strassen im Touriviertel Mariscal gelaufen und haben das schöne Hostal Arupo gefunden. Echt toll hier! 

Valle de Intag,

Valle de Intag, Ningulvi

 

Nun haben wir auch schon ein Zimmer in der Dschungellodge Runa Huasi reserviert und da geht's dann morgen hin. 

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