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Juwelen im Schlamm - Ratnapura

Nachdem wir die kühlen Highlands genossen haben, ging es wieder weiter per Bus in Richtung Westen nach Ratnapura. Die Stadt der Edelsteine liegt in einer von üppigem Dschungel bewachsener Umgebung. Im Bus wurde es immer heisser, die Haarnadelkurven immer halsbrecherischer und die Menge an Menschen im Bus nahm stetig zu. Schweissüberströmt checkten wir im Ratnapura Gem Halt ein - eine kleine Pension etwas ausserhalb. Alles dreht sich in dieser Stadt um 'Gems' - hunderte von Juweliere, Geschäfte für Zubehör, Museen, private Sammlungen, Edelsteinmärkte - es liegt wahrlich eine Juwelengräberstimmung in der stickigen Luft!

Wir machten uns auf den Weg zum Gem Market, dem Edelsteinmarkt. Nachdem wir aus dem TukTuk ausstiegen und 3m gelaufen sind, eine kuriose Szene - sämtliche Köpfe drehten sich in Richtung der beiden Weissen und im Nu waren wir von einer Schar Männer umrundet die uns Edelsteine vor die Nase hielten. Anfangs etwas befremdlich, jedoch erklärten wir schnell, dass wir nicht an rohen Steinen interessiert seien. Überall Leute mit Vergrösserungsgläsern am Auge, Waagen, Poliertücher. Interessant so etwas mal gesehen zu haben! Edelsteine sind ein Milliarden Exportgut für Sri Lanka und 90% der Edelsteine kommen aus Ratnapura: Sapphire, Topas, Granat, Rubine, das.volle Programm. Ausser Perlen und Diamanten gibts hier alles! 

Wir liessen uns die Chance nicht nehmen und liessen uns von unserem Guesthouse Papa zu einer Mine fahren. Zwischen Reisfeldern und Dschungel, nach mörderischer TukTuk-Fahrt, standen wir davor: Ein Loch im Boden, die Wände mit dicken Baumstämmen stabilisiert, oben ein Querbalken über den Schutt nach oben gezogen wird. Von der Funktion her wie ein Ziehbrunnen. In 20m Tiefe, auf ca 4qm buddeln 5 Minenarbeiter im Schlamm stehend gegen unten. Unaufhörlich läuft die Wasserpumpe, die einem Traktormotor ähnelt. Wenn eine Steinschicht hervorkommt (ca. 2 Mal pro Monat) werden Gänge gegen die Seite gebuddelt und die Ader verfolgt. Der Geröllschlamm wird jeweils von Hand hochgezogen und dann im Bad ausgewaschen und gesiebt. Eine sehr eindrückliche, dreckige, laute und gefährliche Arbeit. Runterklettern wollten wir nicht - wir hatten Schiss! Liebe Mobiliar, beim Runterklettern in eine Mine im ceylonesischen Dschungel bin ich auf den nassen Holzbalken abgerutscht.... Lassen wir das :)

Nach dem interessanten Einblick fuhren wir zurück in die Stadt ins Gem Museum - da erhielten wir viele interessante Infos zu Edelsteinen, der Verarbeitung und dem Handel. Der nette Herr hatte eine private Sammlung an Steinen und natürlich auch einen Shop - eine riesige Auswahl an Schmuck, geschliffenen Edelsteinen und rohen Steinen. Ladies Paradise! 

 Edelsteinmine

20m tiefer Minenschacht

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