Tuktuk's, Hügel und viel Wasser: Kandy
Nach einem wunderbaren letzten Abend im Cinnamon Guesthouse in Negombo, an dem wir wieder die Gastfreundschaft von Klaus und seinem Team geniessen durften, ging es am nächsten Morgen ausgeruht los Richtung Kandy.
Wir passten den Zug Colombo-Kandy in der Provinzstadt Veyangoda ab. Nach gelungenem Ticketkauf (Kandy? Not here, other side) suchten wir uns einen Fensterplatz in der 2ten Klasse. Moderat gefülltes Abteil mit Einheimischen sowie einigen Backpackers. Da sämtliche Fenster und Türen während der Fahrt offen sind, zieht angenehme Luft durch die Waggons. Verhungern kann man auch nicht, da Popcorn, Hühnchen, Maiskolben und Früchte von den schreienden Verkäufern durch die Gänge geschleppt werden. Saulecker sagen wir! Die Fahrt führte immer mehr durch grünes Dickicht und wir waren erstaunt über die grüne Fauna die aussen an uns vorbeizog. Je mehr wir uns Kandy näherten, desto feuchter wurde es - nach 2,5 h Zug fahren kamen wir an und es goss wie aus Kübeln.
Bald war auch der Vermieter da und schwupp kämpften wir uns in seinem Tuktuk den chaotischen Weg vom Bahnhof zur Shady Tree Villa hoch. Ein kleines, sauberes, günstiges Guesthouse mit wunderbarer Aussicht auf Kandy und den See.
Mit Schirm bewaffnet machten wir uns zu Fuss auf den Weg ins Tal runter; weit kamen wir nicht, da der sintflutartige Regenguss uns zum Unterstehen zwang. Per Zufall kam unser Vermieter vorbei und nahm uns mit in die Innenstadt. Die Stadt selber ist nicht unbedingt schön, einige Kolonialbauten sind gut erhalten. Die vielen Touristen kommen natürlich wegen des Zahntempels her. Da uns Militär und die Heerscharen von Chinesen, Inder, Europäer usw. vor dem Zahntempeleingang etwas befremdeten, schlichen wir unter unserem Schirm durch die Gassen von Kandy bis wir an einen anderen Tempeleingang kamen. Die durchnässten Schuhe aus und rein in die schöne Tempelanlage - ein grosser Bodhibaum inmitten der kleinen Tempelhäuser in denen die verschiedenen Gottheiten angebetet werden. Ein sehr angenehmer Ort für die Leute die keine Lust auf das Gedränge im Zahntempel haben!
Der Hunger trieb uns dann ins Muslim Hotel. Mit einem Zuckersüssen Tee mit Milch (wie Malaysias Teh Tarik) wurden wir auf das saumässig scharfe Essen vorbereitet. Chicken Biryani, Dal Curry, Kartoffel Curry und Chicken Curry. Beobachtet von den bemützten Häuptern der Hadji's assen wir das wirklich unglaublich scharfe Essen ohne jeglichem Fladenbrot - das war ausgegangen und wurde erst mit der Rechnung serviert - eine echte Mutprobe für unsere Schleimhäute!
Die Idee vom Balkon der angesagtesten Bar von Kandy einen Sundowner zum Löschen zu bestellen fiel ebenfalls ins Wasser - 'today alcoholfree day in Sri Lanka' - Saft löschte dann auch gut und wir fuhren bei Tuktuk den steilen Weg zurück zu unserem Zimmer.
