Galàpagos - Isla Isabela
19.06.2013
Frühmorgens um 7 Uhr wurden wir mit dem Hotel eigenen Taxi zum Flughafen gefahren. Taxi fahren soll in Guayaguil nicht ganz ungefährlich sein, da es scheint's viele Verarscher gibt oder anscheinend auch schon Überfälle gegeben hat. Naja wir erreichen den Flughafen heile und werden sogar zum ,Galapagos - Gate' gebracht.
Dort werden erstmal alle Gepäckstücke untersucht und danach versiegelt. Dann müssen wir für 10$ eine Eintrittskarte kaufen, die wir dann immer auf uns tragen müssen. Wieso auch immer. Dann wird eingecheckt und los geht's mit nem super neuen coolen Flugi 2h nach Galapagos. Wow! jeder hat einen eigenen Bildschirm am Sitz und es gibt üppig Essen für die 2h Flug. Besser als der Langstrecken-Flieger der Condor nach Cuba.
Angekommen auf der Insel Baltra müssen alle über so Wasser-Reinigungsmatten gehen (das kennen wir noch aus der Schweinegrippezeit) und dann heisst's anstehen und 100$ Nationalparkeintrittsgebühr bezahlen. Dafür gibs einen Schildkrötenstempel in den Pass. Juhuuu!
Am Ausgang werden wir bereits erwaret. Unser Guide bringt uns zum Bus und zum Schiff (2min. Überfahrt von der Insel Baltra auf die Insel Santa Cruz). Auf die Frage, warum sie nicht einfach eine Brücke bauen, weiss er keine Antwort, ausser dass es so doch schön sei. Stimmt, das ist es. Und so bekommen die 100'000 Galapagosbesucher pro Jahr auch schon Mal Naturfeeling. Unser Guide hat auf der anderen Seite sein Auto bereit stehen und fährt uns die schnurgerade Strasse quer über die Insel an den Hafen auf der anderen Seite, Puerto Ayora. Dort werden wir bereits von Maribel erwartet, die uns zum Restaurant bringt. Da gibt's z'Mittag. Wow so eine Organisation und sich um nichts kümmern zu müssen, sind wir uns gar nicht gewohnt. Alle sind total nett und offen hier. Wir sehen Heerscharen Touristen. Fast alle sind in grossen Gruppen unterwegs und viele sind ganz ganz komisch. So komisch, dass wir uns 5 Tage amüsieren und den Kopf schütteln.
Von Puerto Ayora gehts dann mit dem Speedboat auf die Isla Isabela, wo wir die ersten beiden Tage verbringen. Zwei Stunden Boot fahren und das Meer ist super rau, die Wellen total hoch. Ziemlich schnell sehen viele ziemlich bleich aus. Ein Glück, haben uns das ein paar Schweizer in Montañita schon gesagt und wir nehmen vorsichtshalber was. Gut gemacht, wohlbehalten und ohne einen umgekehrten Magen kommen wir an, wo wir bereits wieder erwartet werden. Also diese Organisation ist echt super! (Unsere Organisation hiess Galagents und war vergleichsweise günstig, falls jemand eine Reise plant). Das Hostel Tintorera ist einfach aber süss. Wir haben 15 Mintuen Zeit, dann geht's los an die Flamingolagune. Tatsächlich! Es hat viele, viele Flamingos da. In der Lagune hat es anscheinend sehr viele kleine Krebse, welche die Flamingos gerne mögen.
Am nächsten Morgen gehen wir in eine Schildkrötenstation. Leider hat unser Guide absolut keine Ahnung und schlurft eher mit. Schade. Eindrücklich sind die Riesenschildkröten, welche dort leben. Wir erfahren später in Santa Cruz, dass die Charles Darwin in Santa Cruz und eben diese hier auf Isabela und noch eine dritte Station die Schildkröten aufziehen und sie dann mit 4 jährig aussetzen. Schildkröteneier sind sehr zerbrechlich und junge Babyschildkröten haben einen sehr zerbrechlichen Panzer. Deshalb überleben viele die ersten Lebensjahre nicht. Ihre grössten Feinde sind wildgewordene Kühe, Ziegen und Hunde, welche durch die Menschen auf die Insel gebracht wurden und im Laufe der Jahrzehnte wildgeworden sind. Jetzt durchstreifen sie die Inseln und fressen oder zertrampeln einheimische, oft endemische Tiere wie die Riesenschildkröten. Aus diesem Grund hat man vor 40 Jahren angefangen, einige Schildkröten als "Zuchtbullen" zu halten und dann ihre Kinder auszuwildern. Dabei wird genaustens darauf geachtet, dass die Schildkröten der verschiedenen Inseln nicht vermischt werden. Ausserdem erhält jede Schildkröte einen Chip, mit dem sie geortet werden kann und sobald sie Eier legt (dies geschieht erst mit ca. 20 Jahren), werden die Eier eingesammelt mit genausten Daten angeschrieben und ausgebrütet, damit die Schildkröten vier Jahre später an genau dem gleichem Ort ausgewildert werden können. Dasselbe wurde mit den Landleguanen gemacht. Deren Population ist nun jedoch wieder gross genug. Wahnsinn diese Arbeit. Das ist wohl auch der Grund, weshalb man so viel Eintrittsgebühr bezahlen muss. Dies alles haben wir jedoch erst einen Tag später beim Besuch der Charles Darwin Station erfahren. Nach unserem Schildkrötenbesuch machen wir einen Spaziergang und sind beeindruckt über die spezielle Lavalandschaft, die teils bewachsen, teils total steinig ist.


Wir bekommen ein paar Stunden frei und bleiben am Strand wo wir Pelikane und Unmengen Meeresleguane beobachten, die sich in der Sonne wärmen. Meerleguane können bis zu einer Stunde unter Wasser bleiben, müssen sich danach aber wieder aufwärmen. Das geschieht dann auf den schwarzen Steinen und alle übereinander. Ein lustiger Anblick.



Nachmittags geht's zum Schnorcheln. Dieses Mal sind wir eine zehnköpfige Gruppe. Mit dem Boot fahren wir ein kleines Stück zu einer Bucht. Schon auf dem Weg dorthin werden wir von vielen Seelöwen begleitet. Manche liegen auch faul am Strand oder auf Fischerbooten und lassen sich durch nicht's stören. Wir schnorcheln nicht besonders lange, aber wir sehen bereits viele, viele Seeigel, Fische und Riesenmeeresschildkröten. Wow! Die meisten schlafen auf dem Meeresboden, der hier vielleicht 5m tief ist. Eine schwimmt unter Ramesh durch und ist fast gleich gross. Wir sind beeindruckt. Weiter geht's mit dem Boot vorbei an einem Felsen voll von Galapagos- Pinguinen. Auch diese gibt's nur hier und dies nur dank dem kalten Humboltstrom, der das Meer ziemlich kalt macht. Auf einer kleinen Insel machen wir einen Rundgang durch bizarre Lavaformationen. Vorbei an einem Seelöwen, der auf dem Anlegesteg schläft und vorbei an viiielen Meeresleguanen. Zum Schluss kommen wir an einer Art Wasserbecken vorbei, wo unten 20, 30 White-Tip Haie schlafen oder umher schwimmen. Wir könnnen sie von oben und von aus Land beobachten. Wir lernen jedoch, dass diese Haie ungefährlich sind. Naja in das Becken will ich trotzdem nicht hüpfen. Zurück im Dorf finden wir ne super Bäckerei. Ansonsten gibt's ausser Hotels und Restaurants nicht viel. Die Strassen sind aus Sand, die Häuser einfach. Das einzige, was mir zu viel ist hier, sind die Hähne und Hunde, die die Nacht relativ bis sehr laut machen und anscheinend auch eine Plage sind.
Ja, und dann heisst's auch schon "weiter gehts". Zurück nach Santa Cruz und das um halb sechs Uhr morgens. Die Hähne sind gerade in Höchstform, da geht's für uns zurück aufs Boot. Die Untersuchung unserer Rucksäcke auf organische Produkte scheint nicht so ganz ernst zu sein. Aber alles wird wieder versiegelt, damit man keine Früchte von einer Insel zur anderen bringt. Auf dem Steg erwarten uns wieder die Seelöwen und Pinguine, die im Wasser herumtollen. Dann geht's zurück. Zwei Stunden mega Wellen. Der Sonnenaufgang ist super und entschaedigt uns fuer das fruehe Aufstehen.


